A walk in the Park 2

Den See hatten wir in 30 Minuten umrundet.

Noch bevor wir wieder auf dem Parkplatz standen, schlug sie vor, durch das angrenzende Wohngebiet zu spazieren.

Eine Stunde später folgte eine weitere Runde um den See.

Haha.

Dann wurde es langsam kalt. 

Nach einem letzten Gespräch verabschiedeten wir uns.

Zu Hause machte ich mir etwas zu Essen, guckte auf mein Handy.

Sie hatte mir bereits geschrieben.

Tissue

Online-Dating ist gerade out wie Klopapier? Das kann ich nicht nachvollziehen.

Egal wie dramatisch die Situation noch werden wird, das Leben geht weiter, der Spuk irgendwann vorbei.

Im Moment sitzen alle alleine in ihren Wohnungen, haben nichts zu tun statt tausend Dingen gleichzeitig.

Warum also sollte Mann/Frau die Zeit nicht nutzen, um sich ein paar Kontakte aufzubauen? Die persönlichen Treffen werden dann eben nachgeholt.

From a Distance

Als absehbar wurde, dass ich die Feierei auch ohne Verbot vorläufig einstellen werde, wollte ich mich an den Wochenenden verstärkt um die Weiberei kümmern.

Jetzt schreibe ich mit Frauen, die ich wahrscheinlich erst in ein paar Wochen persönlich treffe.

Das gibt dem Begriff Slow-Dating eine völlig neue Dimension.

MIA 5

Vor allem aber hat mich genervt, dass sie laut Selbstdarstellung eine coole Socke ist, inklusive Bitch-don’t-kill-my-vibe-Strümpfen, die gerne lacht, denn ohne Humor wäre es nicht witzig, optimistisch, verspielt und so weiter, in der Realität jedoch eine Schlaftablette.

Man(n) ist ja vor einem Date auf Oral-Verkehr eingestellt.

Sprachlich.

Dann kommt nichts.

Ich fühlte mich sogar ein bisschen verarscht und dachte kurz, vielleicht hat die Profilinhaberin eine Freundin zum Treffen geschickt. Das Aussehen konnte ich auch nicht genau verifizieren.

Als das Date zu Ende war, bin ich in die nächste Shisha-Bar gestürmt und habe den Typen hinter dem Tresen vollgequatscht.

Ich brauchte einfach eine vernünftige Unterhaltung.

MIA 4

Das war nicht der einzige Dialog, der mich irritiert hat. 

Ich: “Du gehst also auch noch regelmäßig tanzen?”

Sie: “Noch? Das ist doch normal!”

Ich: “Ähhh … nein!”

Nur aus Höflichkeit wollte ich ihr nicht zustimmen.

Genau aus dem Grund bin ich überhaupt bei Tinder. Würden Ü30-Frauen an den Wochenenden massenweise Bars und Clubs stürmen, bräuchte ich keine Dating-Apps, müsste ich nicht stapelweise Trullas & Uschis nach links swipen.

Sicher gibt es Lokalitäten, an denen sich ein älteres Publikum atemlos durch die Nacht schunkelt, aber diesen Personenkreis lasse ich mal außen vor.

Und selbst Frauen Ende 20 sagen mir, dass sie gerne ausgehen würden, ihr feierfreudiges Umfeld aber langsam schwindet, weil es mit Beziehung, Nachwuchsgewinnung oder der Karriere beschäftigt ist.