Baby-Alarm

Bei der Ehefrau eines Freundes.

Der mich daran erinnert, wie wenig ich das will.

Ein Kind. Schon die Vorstellung. Uahhh.

Ich arbeite doch gerade an meinem Sixpack, Hackfresse-Bildern für Tinder, einem Projekt, welches mich super reich machen wird und angeblich soll der Club noch diesen Sommer wieder seine Türen öffnen.

Außerdem gibt es bereits über 7 Milliarden Menschen.

Nicht überbewertet

Ich habe noch nie eine Frau angesprochen. Vorsätzlich, mit dem Ziel, meinen Penis in ihre Vagina zu stecken.

Das ergibt sich einfach. Das Gespräch.

Indem ich nett bin, aufmerksam, hilfsbereit. Türen aufhalte, einen Schritt zur Seite gehe, Feuer gebe, Auskunft, Kaugummis, Kleingeld leihe, Klamotten/Handys/Handtaschen vom Boden aufhebe (Frauen sind aber auch schusselig), Sneakers zubinde.

Und, natürlich, mein Waldorfschulen-Ausdruckstanz.

Dem kann keine Frau widerstehen.

Halbzeit

Die Tinder-App gammelt seit über einem Monat auf meinem Handy rum. Zum Einsatz gekommen ist sie bisher nicht. Ich habe noch keine vernünftigen Hackfresse-Bilder & bin datefaul.

Schon immer.

Fällt mir eine Frau in den Schoß (höhö) okay, aber selber etwas dafür tun … es ist auch schön ruhig. Ohne die irren Tinder-Weiber.

Und nächsten Monat beginnt die Fußball-WM.

Vielleicht danach.

„Warum redest du nur pausenlos über Frauen, Stan?“

Ein verständliches Verlangen.

Einfache Antworten auf komplexe Fragen. Egal ob es um eine Steuerreform, die Handelspolitik von Donald Trump oder Dating geht.

Die gibt es allerdings nicht.

Ich kenne keine Regel, welche das Beziehungsleben zwischen zwei oder auch mehreren Menschen betrifft, die eine absolute Gültigkeit hat. Ohne Widersprüche ist.

Im Gegenteil. Dieses Denken schafft eine Erwartungshaltung, Druck, wie etwas zu sein hat.

Selbst von der Männer-Zunft, die sich vornehmlich den ganzen Tag mit diesem Thema beschäftigt, kommt im Zweifelsfall …

„Es klappt nicht mit den Mädels? Na dann geh ins Fitnessstudio und kauf dir eine Lederjacke!“

Wow. Beeindruckend, oder?

Ansonsten überwiegt die Sprachlosigkeit. Im doppelten Sinn. Den eigenen Bedürfnissen entsprechend handeln? Über Gefühle reden? Kommunizieren?

Verpönt. Hauptsache man ist cool.

Fällt den Medien vielleicht mehr ein? Redaktionen? Autoren?

Nein. Genau wie jeden Monat eine neue Diät jetzt aber wirklich den Traumbody bringen soll, sind heute alle beziehungsunfähig, morgen polyamor und übermorgen sapiosexuell.

Und was ist jetzt die Lösung?

Sich frei machen.

Gedanklich.

Übung macht den Meister

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Früher habe ich an solchen Abenden mit meiner Schwester oft Skype-YouTube-Partys veranstaltet.

Abwechselnd haben wir Musikvideos ausgesucht, dann in unseren Zimmern dazu getanzt.

Beste Schule.

Denn wer sich vor einem Billy-Regal sexy bewegen kann, kann dies auch im Club vor Frauen.

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Sich mit Frauen anzufreunden, die in einer schon etwas gesetzten Beziehung sind, hat, glaube ich, gewisse Vorteile gegenüber Freundschaften mit Frauen, die Single sind.

Zwar habe ich Verständnis dafür, dass Menschen sich rar machen, wenn sie plötzlich deeply in love sind, doof ist das aber trotzdem.

Freundschaften mit vergebenen Frauen erinnern mich auch ein bisschen an das Verhältnis zu meinen Neffen/Nichten. Die bespaße ich wie ich Lust & Laune habe, aus der Erziehung, Hausaufgabenkorrektur und Sanktionierung von nicht aufgeräumten Kinderzimmern kann ich mich dagegen schön raus halten.

Das heißt nicht, dass ich schlecht in Freundschaften und nur in guten Zeiten da bin, nein, ich stehe meinen Freunden auch in schlechten Zeiten mit Rat & Tat zur Seite, allerdings sind solche Krisenkapazitäten auch irgendwann erschöpft. Geteiltes Leid ist halbes Leid.

Frau Tinder-vu habe ich nach unserem Mitternachtstreffen selbstverständlich bis zum Bus gebracht, denn die Reeperbahn ist ein heißes Pflaster, bei Unwohlsein auf dem Rest des Heimweges hätte sie dann aber bitte ihren Macker aus dem Bett klingeln sollen.

Ich wollte schließlich weiter feiern und für irgendetwas muss so ein Freund doch gut sein.

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Ich fühle mich fast wie ein Stalker. Was nicht an ihren Bildern liegt, die sie ab & zu postet, sondern an den Stories. Die gewähren einen ziemlich privaten Einblick in ihr Leben, den wahrscheinlich nicht einmal ihre engsten Freunde/Familie haben/hat, wenn sie ihr nicht auch bei Instagram folgen.

Theoretisch wäre es sogar möglich, einen Menschen mit diesem Wissen zu „hacken“, weil man „zufällig“ die selben Interessen, Vorlieben, Ansichten usw. teilt.

Sie erzählt mir von ihrem Tag. Ich weiß. Ich war „dabei“. Allerdings tue ich auch nicht extra überrascht „Echt? Das hast du gemacht?“ sondern frage eher „Und wie war das so?“ Sonst würde ich mir irgendwie falsch vorkommen.

Natürlich veröffentlicht sie diese Dinge ja freiwillig & für jeden sichtbar.

Trotzdem ist das bei Frau Tinder-vu anders. Denn wir folgen uns gegenseitig.

Ich habe Frau Insta-Famous schon 2x (oho) angeschrieben, wegen Belanglosigkeiten, und sie hat auch immer nett geantwortet, den Bezug zu mir anscheinend aber nicht hergestellt, da ich meine Fresse eher selten bis gar nicht im Internet zeige.

Deswegen, bei nächster Gelegenheit:

„Hier, der Typ, das bin ich.“